Täter-Opfer-Ausgleich ist Mediation in Strafsachen

Täter-Opfer-Ausgleich ermöglicht eine außergerichtliche Konfliktschlichtung, bei der Geschädigte sowie Beschuldigte die Möglichkeit haben, ihren Konflikt selbstverantwortlich zu klären. Geschädigte können eine Wiedergutmachung oder ein Schmerzensgeldzahlung mit dem Beschuldigten mit Hilfe eines neutralen Dritten, dem Vermittler/Mediator, vereinbaren.

Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) soll in jedem Stadium eines Strafverfahrens ermöglicht werden (§ 155a StPO). Staatsanwaltschaft und Gericht sollen in geeigneten Fällen darauf hinwirken, dass ein TOA durchgeführt wird. Die Freiwilligkeit der Beteiligten ist dabei unabdingbar.

Opfer-Interessen:

  • Schnelle und unbürokratische Wiedergutmachung
  • Nutzung des Opferfonds
  • Aussprache mit dem Täter erleichtert die Tatverarbeitung
  • Vermeidung von Gerichtsverfahren und Anhörung als Zeuge im Strafverfahren
  • Vermeidung von Zivilverfahren und damit verbundene Kosten
  • Mitbestimmung im Strafverfahren

Täter-Interessen:

  • Verantwortung für die Tat übernehmen
  • Wiedergutmachung leisten
  • Strafmilderung (§ 46a StGB) erhalten.
    In vielen Fällen wird von einer weiteren Strafverfolgung nach einem gelungenen TOA abgesehen.

Voraussetzung für einen TOA:

  • Freiwilligkeit
  • Persönliche Betroffenheit
  • Einräumen der Tat durch den Beschuldigten

Es gibt keine Deliktbegrenzung